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Starke Elternnetzwerke – nicht gut für alle Kinder

22.03.2014 Kommentare (0)

Die sozialen Kontakte der Eltern beeinflussen den schulischen Erfolg ihrer Kinder. Wie im Einzelnen Elternnetzwerke auf die Bildungskarrieren der Kinder wirken, hat WZB-Forscherin Anette Fasang gemeinsam mit zwei amerikanischen Kollegen untersucht. Ihre Studie belegt: Enge Kontakte zwischen den Eltern nützen vor allem Kindern in wohlhabenden Vierteln. In ärmeren Bezirken schaden sie dagegen dem Nachwuchs, weil sie soziale Ungleichheit verstärken und Durchlässigkeit verhindern.

Die Forscher werteten Daten von etwa 10.000 Jugendlichen und ihren Eltern aus der amerikanischen National Longitudinal Study of Adolescent Health (Add Health) aus. Den Bildungserfolg bestimmten sie über den Notendurchschnitt beim Highschool-Abschluss (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) und die Wahrscheinlichkeit, überhaupt einen solchen Abschluss zu erlangen.

Abhängig davon, wie viele Kinder an einer Schule in Armut leben, wirken sich starke Elternnetzwerke begünstigend oder hemmend auf die schulische Entwicklung der Kinder aus. An Schulen, in denen über 30 Prozent der Schüler arm sind, verringern geschlossene Elternnetzwerke die Wahrscheinlichkeit der Kinder, den Highschool-Abschluss zu erlangen, um bis zu 5 Prozent gegenüber Kindern, deren Eltern keine Kontakte haben. „Angesichts der Tatsache, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Highschool-Abschluss zu erlangen, generell hoch ist, ist dies ein unerwartet starker Effekt", sagt Anette Fasang. Dagegen zeigt sich an Schulen mit einer Armutsquote von unter 10 Prozent, dass ein regelmäßiger Austausch zwischen den Eltern den Notendurchschnitt verbessert und es wahrscheinlicher wird, dass die Kinder den Highschool-Abschluss schaffen. Aber ab einem Armutsanteil von 10 Prozent kippt dieser positive Einfluss informeller Elternnetzwerke ins Gegenteil.

Die Studie ist im März in der Zeitschrift „Sociological Forum" erschienen, eine Kurzfassung in der Zeitschrift WZB-Mitteilungen.

Fasang, Anette E./Mangino, William/Brückner, Hannah: Social Closure and Educational Attainment. In: Sociological Forum, 2014, Vol. 29, No. 1.

Fasang, Anette: Eine Ressource – nur für Bessergestellte. In ärmeren Vierteln nützen starke Eltern - Netzwerke den Kindern in der Schule nicht. In: WZB-Mitteilungen, Heft 143/März 2014, S. 30-32.

Quelle: Pressemeldung des WZB

Kommentar von ErzieherIn.de: Was die Ergebnisse letztlich besagen, teilt uns diese Pressemeldung des Wissenschaftszentrums nicht mit. Zu vermuten ist: Starke Elternnetzwerke der wohlhabenderen Schichten schließen die Armen aus. Und das ist logisch: Wenn ich arm und unterprivilegiert bin, wenn ich keine gute Bildung habe, dann muss schon viel passieren, damit ich mich in die Kreise der Bessergestellten hineinwage. Ich wüsste ja nicht einmal, mit welchen sprachlichen Feinheiten die sich unterhalten! Sinnvoll sind also Elternnetzwerke nur, wenn die Teilnahme von Armen gesichert ist, und dies, so das Ergebnis der Studie, ist eben vor allem in ärmeren Vierteln der Fall. Da fallen dann die Wohlhabenden aus dem Rahmen.

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