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Papilio kämpft gegen Personalmangel in Kitas

19.09.2015 Kommentare (0)

Augsburger Sozialunternehmen bietet Integrationskurse für Fachkräfte aus Europa

Der Fachkräftemangel in deutschen Kitas und Kindergärten ist groß. Häufig wird Personal aus dem EU-Ausland angeworben, um Lücken zu füllen. Doch die Integration dieser Mitarbeiter ist nicht einfach. Mitunter bleibe sogar die pädagogische Arbeit auf der Strecke, warnen Experten. Genau hier setzt das Augsburger Sozialunternehmen Papilio an. Mit einem speziellen Integrationskurs werden EU-Erzieherinnen auf ihren Einsatz in deutschen Kitas vorbereitet. Ein erster Kurs mit neun Teilnehmerinnen aus Spanien und je einer aus Polen und Bulgarien ist Anfang September in Augsburg gestartet. „Wir sind es unseren Kindern schuldig, dass wir dem Personalmangel qualifiziert begegnen", sagt Heidrun Mayer, geschäftsführende erste Vorsitzende von Papilio e.V.

..Ana Isabel Moret Martinez ist eine der Teilnehmerinnen an dem Papilio-Integrationskurs. Die 26-Jährige hat in ihrer Heimat Valencia Pädagogik studiert. Eine Anstellung fand sie in dem krisengeschüttelten Land nicht. Moret Martinez ist froh über die Chance, die ihr Papilio mit seinen Kooperationspartnern nun in Deutschland bietet. Einen unbefristeten Arbeitsvertrag beim Träger Kinderzentren Kunterbunt hat Moret Martinez wie ihre Kolleginnen bereits in der Tasche. Sie wird künftig in Kita Löwenzahn in München-Feldmoching tätig sein. „Jetzt habe ich eine Perspektive", freut sich die junge Frau, „ich kann endlich wieder mit Kindern arbeiten."

Das Besondere an dem Integrationskurs, den Papilio in Kooperation mit der spanischen Personalagentur Xpania und den Kinderzentren Kunterbunt anbietet: Die EU-Fachkräfte werden bei ihrem Neustart in Deutschland nicht allein gelassen. Um sie als vollwertige Arbeitskraft in ein Kita-Team zu integrieren, nehmen sie noch bis November bei Papilio in Augsburg an einem dreimonatigen Integrationskurs teil, bei dem sich Praxisphasen und theoretische Fortbildungen abwechseln. Dabei lernen die Teilnehmerinnen in drei Blöcken unter anderem Grundlagen der Elementarpädagogik in deutschen Kindertagesstätten kennen. Ihre Deutschkenntnisse werden mit einem speziell auf pädagogische Belange ausgerichteten Sprachkurs von Business Languages Augsburg vertieft. Und sie erhalten Einblicke in das Papilio-Programm, das darauf abzielt, die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder zu stärken. Zusätzlich werden den EU-Erzieherinnen in ihrer neuen Heimat Wohnungen vermittelt. All das erleichtert ihnen die Integration. So können sich die Teilnehmer und ihre neuen Kollegen in der Kita voll und ganz der pädagogischen Arbeit und den Kindern widmen.

„Es darf uns nicht nur um die Quantität des Personals in der Kinderbetreuung gehen", sagt Papilio-Geschäftsführerin Heidrun Mayer, „wir müssen auch die Qualität im Blick haben." Die Kinderzentren Kunterbunt nehmen dafür gerne Geld in die Hand, obwohl solche Projekte bei der Anwerbung von EU-Erzieherinnen nicht vorgeschrieben sind. „Uns ist es wichtig, dass die Erzieherinnen, die zu uns kommen, fachlich alle hoch qualifiziert sind und zusätzlich auch mit den Spezifika des deutschen Bildungssystems vertraut gemacht werden", sagt Björn Czinczoll, der Geschäftsführer der Kinderzentren Kunterbunt. Dass er dabei Papilio als Partner zur Seite hat, freut Czinczoll besonders: „Wir haben mit diesem Programm nur gute Erfahrungen gemacht." Rund 1.500 Euro kostet der Integrationskurs pro Teilnehmer. Bei Kinderzentren Kunterbunt hofft man auf eine Förderung seitens der EU.

Die Teilnehmerinnen an dem Integrationskurs hatten sich in ihrer Heimat aktiv um eine Anstellung in Deutschland beworben. Die Spanierinnen sind über die Agentur Xpania mit den Kinderzentren Kunterbunt und Papilio in Kontakt gekommen. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen wurden sie ausgewählt. Die beiden Fachkräfte aus Bulgarien und Polen hatten sich direkt bei dem Kita-Träger beworben. Alle haben ein abgeschlossenes pädagogisches Fachstudium. Sie erhalten von den Kinderzentren Kunterbunt unbefristete Arbeitsverträge und werden nach Tarifvertrag entlohnt. Die EU-Erzieherinnen werden künftig in Vollzeit in Münchner Einrichtungen der Kinderzentren Kunterbunt tätig sein.

Bei Papilio hofft man, dass künftig auch andere Träger in solche Kurse investieren. Nur so könne man Konflikten vorbeugen, die bei der Integration von EU-Erzieherinnen mitunter entstehen können, sagt Heidrun Mayer.

Über Papilio:

Das Sozialunternehmen Papilio e.V. bietet ein Präventionsprogramm zur frühzeitigen Vorbeugung gegen die Entwicklung von Sucht und Gewalt. Das speziell für Kindergärten entwickelte Programm ist vielfach praxiserprobt; seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt. Es bezieht Erzieherinnen, Kinder und Eltern mit ein. Kinder lernen spielerisch soziale Regeln, den Umgang miteinander und gewaltfreies Lösen von Konflikten. Insgesamt reduziert Papilio erste Verhaltensauffälligkeiten, fördert die sozial-emotionale Kompetenz und gibt den Kindern ein Rüstzeug mit auf den Lebensweg, das sie später stabiler gegen die Entwicklung von Sucht und Gewalt macht. In Deutschland ist Papilio inzwischen in zwölf Bundesländern eingeführt, mehr als 6.000 pädagogische Fachkräfte haben sich in dem Programm fortbilden lassen – sie erreichen bundesweit mehr als 120.000 Kinder. Weitere Informationen finden Sie unter: www.papilio.de

Quelle: Papilio

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