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Kinder und Familien in Armutslagen

WiFF

17.12.2014 Kommentare (0)

In Deutschland lebt etwa jedes fünfte bis sechste Kind unter sechs Jahren in einem von Einkommensarmut betroffenen Haushalt. Kinder in Armutslagen stehen in unserer Gesellschaft und unserem Bildungssystem vor unterschiedlichen Teilhabebarrieren. Kindertageseinrichtungen nehmen eine Schlüsselposition dabei ein, Bildungsteilhabe für alle Kinder von Anfang an zu ermöglichen. Um Fachkräfte dabei zu unterstützen, spezifische Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern und Familien in Armutslagen weiterzuentwickeln, hat WiFF Fachwissen erarbeitet.

Eine inklusive Frühpädagogik, die Kinder und Familien in Armut berücksichtigt, erfordert eine Veränderung der Einrichtungen (inklusive pädagogische Konzepte, multiprofessionelle Teams) und der Rahmenbedingungen (Gesetze, Finanzierung, Ausstattung) sowie die Weiterentwicklung der professionellen Haltung und des pädagogischen Handelns der Fachkräfte. WiFF setzt hier an und unterstützt Fachkräfte dabei, diese berufsbegleitend weiterzuentwickeln.

Wegweiser Weiterbildung Band 9
Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Aus- und Weiterbildungspraxis sowie aus dem Arbeitsfeld Kita hat WiFF definiert, welche Kompetenzen Fachkräfte benötigen, um armutssensibel handeln zu können. Mit dem Wegweiser Weiterbildung unterstützt WiFF Weiterbildnerinnen und Weiterbildner dabei, ihre Angebote kompetenzorientiert und auf Grundlage aktuellen Fachwissens zu gestalten. zum Publikationsshop

Der fachwissenschaftliche Hintergrund des Wegweisers (Teil A) ist auch separat erhältlich:

  • Hock, Beate/ Holz, Gerda/Kopplow, Marlies (2014): Kinder in Armutslagen. Grundlagen für Armutssensibles Handeln in der Kindertagesbetreuung. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. WiFF Expertisen, Band 18. München zum Publikationsshop


WiFF Expertisen
Zwei wissenschaftliche Analysen behandeln aktuelle Fragestellungen zum Thema, zu denen es bislang kaum Informationen gibt. Sie dienen Fachkräften zum Selbststudium und können in der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften genutzt werden:

  • Richter-Kornweitz, Antje/Weiß, Hans (2014): Armut, Gesundheit und Behinderung im frühen Kindesalter. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, WiFF Expertisen, Band 42. München zum Publikationsshop
  • von zur Gathen, Marion (2014): Staatliche Leistungen für Kinder und Familien in Armutslagen. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. WiFF Expertisen, Band 43. München zum Publikationsshop


Workshop: Welche Chancen bieten Partizipationskonzepte für Kinder in Armutslagen?
Am 7. November 2014 hat WiFF 15 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis eingeladen, um die Frage zu diskutieren, welche Chancen Partizipationskonzepte für Kinder in Armutslagen bieten. Sind bestehende Partizipationskonzepte sensibel für Unterschiede im Hinblick auf die soziale Herkunft der Kinder? Berücksichtigen sie Ungleichheitsmechanismen wie Privilegiertheit und Machtressourcen? Was müssen frühpädagogische Fachkräfte wissen, wenn sie Partizipation und Teilhabe in ihren Einrichtungen für armutsbetroffene Kinder ermöglichen wollen?

In den Diskussionen wurde deutlich, dass Partizipationskonzepte Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit fördern, sie stark machen, sich aktiv an der Gesellschaft zu beteiligen. Dafür bergen diese Konzepte großes Potenzial. Offen bleibt allerdings, inwieweit die Umsetzung möglicherweise Teilhabebarrieren verfestigt, da die Beteiligungsmöglichkeiten auch voraussetzungsvoll sind. Das heißt, Kinder benötigen Mut und Selbstvertrauen, um sich an Gesprächen aktiv beteiligen zu können. Partizipation in der Kita für alle Kinder zu ermöglichen, heißt daher, jedes einzelne Kind in den Blick zu nehmen und entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten zu fördern. Dafür müssen Konzepte immer wieder modifiziert werden.


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