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malendes Mädchen

Kinder mit Migrationshintergrund und Behinderung in der Kita

23.09.2013 Kommentare (0)

Eine neue WiFF Publikation beschreibt, wie sich Benachteiligung verstärkt und wie Fachkräfte darauf reagieren sollten.

Ausgangspunkt einer inklusiven Frühpädagogik sind die vielfältigen Lebenssituationen der Kinder sowie Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht, kultureller oder sozialer Hintergrund und Behinderung. In der Fachdebatte werden diese Dimensionen oftmals getrennt voneinander behandelt: So gibt es Experten zu Behinderung, Gender, Armut oder Migration sowie voneinander unabhängige Hilfeeinrichtungen; die Statistik erhebt Zahlen für jedes Merkmal. Auf der Ebene des einzelnen Kindes lassen sich diese Abgrenzungen nicht treffen. Oftmals kommen mehrere Heterogenitätsdimensionen zum Tragen und müssen von den Fachkräften berücksichtigt werden.

Im Auftrag der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) hat Donja Amirpur die Situation von Familien mit Migrationshintergrund und einem Kind mit Behinderung untersucht. Die Autorin stützte sich dabei auf Ergebnisse einer Interviewstudie mit Betroffenen. Sie stellt fest: durch das Zusammenspiel von Behinderung und Migration tritt Benachteiligung besonders deutlich hervor. Die Familien fühlen sich nicht ausreichend informiert über Hilfsangebote und können ihrem Kind deshalb nicht die optimale Förderung zukommen lassen. Bürokratische Hürden und fehlende Sprachkenntnisse halten sie davon ab, Unterstützungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Kulturelle oder religiöse Beweggründe spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Konsequenzen für die Kita-Praxis:
Fachkräfte müssen sensibel sein für die Mechanismen des Ausschlusses und wie diese ineinandergreifen. Gleichzeitig stehen sie vor der Aufgabe, Kindern und Familien unvoreingenommen zu begegnen. Die Eltern benötigen Unterstützung, um sich im deutschen Förder- und Hilfesystem zurechtzufinden. Dies kann beispielsweise durch die Vernetzung der Einrichtung mit den verschiedenen Fachdiensten erreicht werden. Zu Gesprächen sollte ein Dolmetscher hinzugezogen werden, da die Eltern in ihrer Muttersprache Bedürfnisse differenzierter benennen können. Kitas, die als Familienzentren organisiert sind, können den Austausch von Familien mit ähnlichen Erfahrungen anregen und damit deren soziales Netzwerk stärken.

Die Expertise "Behinderung und Migration – eine intersektionale Analyse im Kontext inklusiver Frühpädagogik" von Donja Amirpur kann kostenlos auf dem WiFF-Portal bestellt oder heruntergeladen werden.

Quelle: www.weiterbildungsinitiative.de

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