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Baden-Württembergische Tarifrunde 2014: KiTa-Streiks auch im Südwesten?

19.02.2014 Kommentare (0)

Die diesjährige Tarifrunde im öffentlichen Dienst steht in Baden-Württemberg vor allem im Zeichen des Fachkräftemangels. Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für ein deutliches Gehaltsplus stark. "Unsere Gehaltsforderung ist mehr als berechtigt. Wer dem drastischen Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen etwas entgegensetzen möchte, muss die Gehälter der ErzieherInnen endlich anheben. Nur so werden sich in den nächsten Jahren junge Frauen und junge Männer in ausreichender Zahl für diesen Beruf interessieren. Und nur so werden wir erreichen, dass alle Eltern für ihre Kinder einen Platz in der Krippe oder KiTa bekommen und die Zeit der langen Wartelisten ein Ende hat", sagte am 12.02.2014 in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
 
Die GEW fordert gemeinsam mit verdi und den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes 100 Euro Grundbetrag plus 3,5 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes. Für diese Forderung werden während der am 13. März beginnenden Tarifrunde die zahlreichen bei der GEW in Baden-Württemberg organisierten Erzieherinnen und Erzieher sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen kämpfen und wenn nötig auch streiken.
Im Sozial- und Erziehungsdienst ist die Tarifrunde auch entscheidend für die Gehaltsentwicklung in den Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen der Kirchen und anderer freier Träger, die eine Gehaltssteigerung häufig übernehmen oder sich zumindest daran orientieren. Von den mittlerweile knapp 79.000 Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen arbeiten circa 42 Prozent bei den Kommunen und etwa 58 Prozent bei den freien Trägern.
Die erste Verhandlungsrunde findet am 13. März zwischen den Gewerkschaften und dem Bundesinnenministerium und der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) in Potsdam statt. Die weiteren Verhandlungstermine sollen am 20./21 März, am 31. März und 1. April sein.

Hintergrundinformationen:

Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst:

Von den 79.000 Beschäftigen im Sozial- und Erziehungsdienst im Südwesten sind etwa 67.000 mit pädagogischen Aufgaben betreut. Die anderen Beschäftigten arbeiten als freigestellte Leitung, im Verwaltungsdienst und in der Hauswirtschaft. Bei den Beschäftigten der freien Träger hat die Caritas mit 45 Prozent gefolgt von der Diakonie mit 32 Prozent den größten Anteil. (Quellen: Stat. Landesamt)

Tarifflucht:

In Baden-Württemberg sind etwa ein Drittel der Kommunen nicht beim kommunalen Arbeitgeberverband organisiert und damit nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gebunden. Stichproben aus der GEW-Beratungspraxis legen nahe, dass Erzieher/innen häufig bis zu 300 Euro weniger verdienen als Erzieherinnen bei den tarifgebundenen Kommunen.

Tarifrunde 2012:

In der letzten Tarifrunde 2012 wurde – nach wochenlangen Warnstreiks der Beschäftigten – eine Gehaltserhöhung in drei Schritten vereinbart: 3,5 Prozent zum 1. März 2012, 1,4 Prozent zum 1. Januar 2013 und weitere 1,4 Prozent zum 1. August 2013. Seit Januar 2014 liegen die Gehälter der kommunalen und Bundesbeschäftigten um durchschnittlich rund 1,8 Prozent unter denen der gleich eingruppierten Kolleginnen und Kollegen in den Ländern.

Steigende Einnahmen:

Die Kommunen haben in den ersten drei Quartalen 2013 6,3 Milliarden Euro mehr Steuern eingenommen als im Vorjahr. Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2014 im Durchschnitt eine Zunahme des Wirtschaftswachstums um 1,8 Prozent bei weiterhin niedriger Inflation von 1,5 Prozent. Für den Staatshaushalt als Ganzes prognostizieren sie auch in diesem Jahr Überschüsse.

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